Wo liegen der Unterschied zwischen Job, Beruf oder Berufung? (2023)

Viele sehnen sich nach Erfüllung im beruflichen Alltag. Eine Tätigkeit, in der man aufgeht. Aufgaben, die einem Spaß machen. Doch was ist möglich und wie findet man seine persönliche Berufung?

Worin liegt der Unterschied zwischen Job, Beruf und Berufung?

Berufung ist mehr als ein Job, es ist eine Sinnaufgabe. – Ursula Maria Lang

Fällt es dir schwer, zwischen den einzelnen Begriffen zu unterscheiden? Keine Sorge, damit bist du nicht alleine, denn eine eindeutige, allgemein gültige Abgrenzung gibt es nicht. Was es jedoch gibt, ist eine Unterscheidung der Begriffe in ihrem täglichen Gebrauch:

Der Begriff Job wird meist sehr neutral verwendet, um die Ausübung einer erwerbsmäßigen Tätigkeit zu beschreiben. Hier wird jedoch nichts bewertet, der Ausdruck gibt keinen Aufschluss darüber, ob man Gefallen an der Tätigkeit findet oder nicht. Es steht vielmehr das Ziel im Vordergrund, Geld zu verdienen.

Etwas anders ist das beim Begriff Beruf. Denn während der Job eine Tätigkeit ist, die man kurz- oder mittelfristig ausübt, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, hat man sich beim Beruf bereits Gedanken darüber gemacht, mit welcher Tätigkeit man zu seinem monatlichen Gehalt kommen möchte. Der Beruf ist in den meisten Fällen auch mit einer vorhergehenden Ausbildung verbunden, zu der man sich bewusst entschieden hat.

Noch einen Schritt weiter geht die Berufung. Hinter diesem Begriff steht bereits eine Ideologie. Zur Berufung wird eine Tätigkeit erst dann, wenn man sich damit identifizieren kann, wenn man sie gerne macht und wenn sie einen erfüllt. Das wirft jedoch eine Frage auf:

Muss Arbeit Spaß machen?

Freude an der Arbeit lässt das Werk trefflich geraten. – Aristoteles

Muss Arbeit Spaß machen? Eigentlich müsste man über diese Frage gar nicht lange grübeln. Natürlich soll Arbeit Spaß machen. Die Realität sieht jedoch oft anders aus. Viele beschreiben ihre berufliche Tätigkeit als öde, monoton, langweilig oder gar stumpfsinnig. Und das hat nicht nur für den Mitarbeiter Auswirkungen. Auch der Arbeitgeber leidet langfristig darunter, wenn Mitarbeiter lediglich Dienst nach Vorschrift schieben, weil sie sich mit den Aufgaben oder dem Unternehmen nicht identifizieren können.

Man könnte die Frage jedoch auch anders formulieren: Wenn uns die Arbeit so viel Spaß macht und Erfüllung bringt, weshalb sollten wir dann überhaupt dafür bezahlt werden? Reicht es nicht auch, wenn wir unsere Freizeit so gestalten, dass sie uns erfüllt und unserem Leben den Sinn gibt, nach dem wir streben? Im Grunde ist doch Arbeit ein Tauschhandel zwischen Zeit und Geld. Wir zeigen dir in einem weiteren Artikel, wie du zu deiner Work-Life-Balance kommst.

Gibt es diesen einen Traumjob überhaupt, den wir als unsere Berufung ansehen? Sollten wir genau danach streben? Oder einfach mit dem, was wir haben, zufriedengeben? Eine allgemein gültige Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Im Endeffekt muss jeder für sich entscheiden, wie wichtig es ihm ist, Spaß an seiner beruflichen Tätigkeit zu haben.

Alternativ schaffen Tricks fürs Feelgood im Büro Abhilfe und verhelfen zu einer besseren Laune.Ob man Freude an der Arbeit hat und sich im Unternehmen wohlfühlt, hängt außerdem stark von der jeweiligenUnternehmenskultur ab.

Jobwechsel – besteht bereits Handlungsbedarf?

Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen. – Chinesisches Sprichwort

Ist die Überlegung eines Jobwechsels einmal aufgetaucht, lässt sie einen nur schwer wieder los. Doch ab wann besteht tatsächlich Handlungsbedarf? Ein Jobwechsel erfordert Zeit und Mühen. Und er bedarf Vorbereitungen, Bewerbungsprozessen etc. Willst du das wirklich auf sich nehmen? Orientiere dich anhand der folgenden Kriterien:

Kannst du dich im Job beweisen?
Erhältst du die nötige Anerkennung bei Erfolgen?
Fordert dich dein Job?
Ist dein Job abwechslungsreich?
Ist dein Job gut für die Gesundheit?
Kannst du mit dem auftretenden Stress und Ärger umgehen?
Lässt sich dein Job mit deinen Lebensumständen vereinbaren?
Motiviert dich dein Vorgesetzter?

Je öfter du diese Fragen mit nein beantwortest desto eher sollte man sich nach beruflichen Alternativen umsehen. Unserer Artikel über die Entscheidungshilfe zum Jobwechsel liefert dir darüber hinaus noch zusätzliche Informationen und Entscheidungstipps. Fest steht: Wenn dir bei der Frage, was dir an deinem Job gefällt und was nicht, mehr Punkte auf der Negativ-Seite finden als auf der Positiv-Seite, kann es keinesfalls schaden, seine Fühler vorsichtig am Jobmarkt auszustrecken. Was auch noch helfen kann, wenn du dich vom Job ausgebrannt fühlst – Downshifting ist das Zauberwort, das dir mehr Zeit für dein Privatleben gibt.

Wie findet man seine persönliche Berufung?

Alles, was ich mit Begeisterung tue, mache ich gerne und was ich gerne mache, mach ich auch gut! – Silke Weigand

Nicht jeder weiß, was seine persönliche Berufung ist. Wer noch wenig Arbeitserfahrung hat, kann oft gar nicht sagen, welche Tätigkeiten ihm Spaß machen könnten. Beantworte dir selbst daher die folgenden Fragen zum Selbstcoaching von Mag. Irene Galler, Expertin im Bereich Persönlichkeits- und Gesundheitscoaching. Dadurch kannst du eine bessere Idee dafür bekommen, in welche Richtung es beruflich für dich gehen sollte:

Welches Leben möchte ich leben?
Habe ich eine Lebensaufgabe?
Habe ich eine Vision?
Welche Werte sind mir wichtig?
Welche meiner Werte möchte ich in meiner beruflichen Tätigkeit leben?
Welchen Sinn soll meine berufliche Tätigkeit haben?
Wofür „lohnt“ es sich, sich zu engagieren?
Bei welchen Tätigkeiten fühle ich mich total verbunden?
Womit habe ich mich schon als Kind immer begeistert beschäftigt?
Welche Themengebiete ziehen mich immer wieder magisch an?
Was fällt mir einfach zu (Themen, Menschen, Situationen, Fragen, usw.)?
Was liegt mir einfach im Blut?

Ein Jobwechsel muss nicht zwangsläufig auch in derselben Stadt erfolgen. Vielleicht findest du deine Berufung ja auch im Ausland. Unser Artikel über die erfolgreiche Karriere im Ausland informiert dich über alles, was es dabei zu bedenken gilt.

Der Weg zur Berufung – in drei Schritten

Kaum verlieren wir das Ziel aus den Augen, verdoppeln wir unsere Anstrengungen. – Mark Twain

1. Sein persönliches Mission Statement finden:

Wenn du nun die Fragen zum Selbstcoaching für dich beantwortet hast und dadurch eine bessere Idee hast, wie deine Berufung aussehen könnte, kann dir ein persönliches Mission Statement bei der Umsetzung helfen. Fasse in maximal zwei Sätzen zusammen, welche beruflichen Ziele dich antreiben und wo deine Leidenschaft liegt. Hier einige Beispiele:

„Ich möchte kranken Menschen helfen und ihnen den Genesungsprozess durch alternative Heilmethoden erleichtern.“

„Ich möchte die Hochzeit für Paare zu einem ganz speziellen, unvergesslichen Erlebnis machen, das ihre Persönlichkeit und auch Interessen perfekt widerspiegelt.“

„Ich möchte in der Welt des Marketings einen neuen Weg einschlagen und durch ausgefallene Kampagnen und Wortspiele für Bioprodukte begeistern.“

2. Ziele und Zwischenschritte definieren:

Jetzt fängt es bereits an, konkret zu werden. Um die berufliche Tätigkeit mit der Berufung zu vereinen, bedarf es oft einer intensiven Vorbereitung. Welche kleineren Zwischenziele musst du beispielsweise erreichen, um irgendwann beim Endziel anzugelangen? Sind Aus- oder Weiterbildungen dafür nötig? Hast du bereits Erfahrung in diesem Bereich oder musst du diese zum Einstieg erst sammeln? Ist ein Quereinstieg möglich? Musst du zunächst Zwischenschritte auf der Karriereleiter einplanen, ehe du die angestrebte Position antreten kannst? Denke alles in Ruhe durch. Wenn dir die Erfahrungswerte fehlt, frage Freunde und Bekannte oder ziehe Experten in Form eines Karrierecoachings hinzu. Auch Stelleninserate können dir Aufschluss darüber geben, welche Anforderungen für die Wunschposition erforderlich sind.

3. Ziele und Zwischenschritte umsetzen:

Beginne damit, die Planung in die Realität umzusetzen. Gehe dabei Schritt für Schritt vor und lasse dich auch von Rückschlägen nicht aus dem Konzept bringen. Halte dir immer vor Augen, wohin dein Weg gehen soll. Angst und Fehler sind dabei vollkommen normal. Nur wer dennoch dranbleibt und sich nicht davon abschrecken lässt, gelangt schlussendlich auch ans gewünschte Ziel. Scheue auch nicht davor zurück, deine Vorgehensweise anzupassen, sollte dies irgendwann notwendig sein. Die Arbeitswelt verändert sich laufend und vieles eröffnet sich einem erst, wenn man tiefer in die Materie eingetaucht ist.

Trennung zwischen Berufung und Privatleben

Was ohne Ruhepausen geschieht, ist nicht von Dauer. – Ovid

Bist du bereits am Ziel angekommen, in dem ihre berufliche Tätigkeit tatsächlich auch deiner Berufung entspricht, gibt es noch eines zu Bedenken: die Abgrenzung zu deinem Privatleben. Das ist oft gar nicht so einfach wie man denkt. Denn wer für seine Arbeit brennt, riskiert vielleicht auch, irgendwann „auszubrennen“. Eine gesunde Balance ist und bleibt wichtig – egal, wie viel Spaß man an der Arbeit hat. Achte daher auf die richtige Work-Life-Balance:

  • Suche dir einen sportlichen Ausgleich, der dir Spaß macht.
  • Achte auf entspannende Tätigkeiten, bei denen du abschalten und neue Kraft tanken kannst.
  • Treffe Freunde – und das am besten regelmäßig.
  • Lerne, auch manchmal nein zu sagen. Unser Artikel über die Kunst, freundlich nein zu sagen hilft dir dabei.
  • Scheue nicht davor, auch Leerzeiten in deinem Kalender einzuplanen. Dadurch gönnst du dir Zeit für dich selbst – was du dann damit machst, bleibt dir überlassen.

Bildnachweis:Jacob Wackerhausen/Quelle: istockphoto.com

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Author: Catherine Tremblay

Last Updated: 10/31/2022

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